Das Hundegeschirr im Auto

Das Hundegeschirr im Auto – sicherer oder unsicherer Begleiter?

Schnell zum nächsten Badesee, oder mal eben in den nächstgelegenen Wald zum Wandern – bist du stolzer Besitzer eines eigenen Autos, stellt sich über kurz oder lang mit Sicherheit die Frage, wie du deinen Hund am besten – und auch am sichersten – in deinem Fahrzeug transportieren kannst.

Wie muss ich meinen Hund im Auto sichern?




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Generell gilt: im Auto muss dein Hund angeschnallt sein. Ein möglicher Unfall stellt nicht nur ein Risiko für das Leben des ungesicherten Vierbeiners dar, sondern auch für alle Autoinsassen!

In Deutschland besteht die Pflicht Ladung im Auto zu sichern. Ja, auch dein Hund gilt vor dem Gesetz als Ladung. Also führt kein Weg daran vorbei, auch ihn vorschriftsmäßig zu sichern.

Der Grund hierfür leuchtet ein: Bereits ein Autoatlas würde bei einem Aufprall mit einer Wucht von 150 Kilogramm von der Hutablage nach vorn geschleudert. Was dies für deinen Hund bedeutet? Hat dieser beispielsweise ein Gewicht von 20 kg und sitzt unterwegs auf der Rückbank, wirkt er im Flug schnell mit einer Wucht von einer halben Tonne auf die vorne sitzenden Insassen ein.

Um dieses Szenario zu vermeiden gibt es generell die folgenden Möglichkeiten:

  • Hundegeschirr + Sicherheitsgurt
  • Hundetransportbox

Welches Hundegeschirr fürs Auto?

Da bei einem ungeprüften Autogeschirr die Gefahr besteht, dass es seinen Zweck schlichtweg nicht erfüllt, kann das vermeintlich sichere Geschirr im Ernstfall zur falschen Wahl werden.

Ein ungeprüftes Autogeschirr kann bei der hohen Zugbelastung eines schweren Hundes schnell den Geist aufgeben. Der Karabinerverschluss kann brechen und der Hund wie ein Geschoss vom Rücksitz aus durch das Auto fliegen. Durch den Aufprall können Rücken oder Nacken des Vordermanns schwer verletzt werden. Darüber hinaus hätte der Hund keine Überlebens-Chance.

Das Autogeschirr deiner Wahl muss schließlich unbedingt der Zugbelastung, die das Gewicht deines Hundes auslösen kann, standhalten. Du solltest darauf achten, dass das Produkt nach Crashtestverfahren nach ECE R17, ECE R 126 oder DIN 75410-2 überprüft wurde. Eine große Auswahl an Hundegeschirren mit individuellen Vor- und Nachteilen lässt sich in diesem ► Verbrauchermagazin finden.

So wie im Bild besser nicht – denn auch, was niedlich aussieht, kann schnell zum Verhängnis werden. Sichere deinen Hund beim Autofahren lieber auf der Rückbank.

Was kostet ein Autogeschirr?

Was bei Autogeschirren den Preis am stärksten beeinflusst, ist der Fakt ob sie geprüft oder crash-getestet sind. Die Größe des Brustgeschirrs spielt beim Preis ebenfalls keine unermessliche Rolle.

Autogeschirre bekommst du bereits zwischen 8 und 25 Euro. Diese Modelle werden allerdings ohne Angabe, ob sie geprüft sind oder nicht, angeboten. Dafür eignen sie sich teilweise auch zum Tragen außerhalb des Autos und werden im Set mit Kurzführer oder Sicherheitsgurt verkauft.

Ein nach DIN-75410-2/ECE R-17 geprüftes und mit einem Hunde-Dummy crash-getestetes Autogeschirr ist da schon etwas kostspieliger. Es kostet ungefähr 70-100 Euro. Hierbei variiert der Preis nach der Größe.

Der ADAC selbst empfiehlt und vertreibt eine Kombination aus Geschirr und Gurtbefestigung des Herstellers „Allsafe“.

Dieses Modell solltest du dir auf jeden Fall anschauen, denn es wurde bei einem simulierten Auffahrunfall mit ca. 50 km/h und einem Hunde-Dummy getestet. Das Ergebnis: Es besitzt eine Zugbelastung von bis zu einer Tonne. Des Weiteren wurde das ADAC Geschirr für das Auto von dem Prüf- und Forschungsinstitut Schweden sowie von dem schwedischen Veterinäramt geprüft.

Nach ausgiebiger Recherche ist dieses Produkt auch das einzige, das wir finden konnten, das den oben genannten Prüfungen unterzogen wurde und ihnen auch standhielt.

Welcher Hundegurt für das Auto?

Natürlich reicht ein geprüftes Hundegeschirr zur Sicherung deines Vierbeiners nicht aus. Hinzu kommt noch ein Sicherheitsgurt damit du deinen Hund auch anschnallen kannst.

Möchtest du Sicherheitsgurt und Geschirr selbst zusammenstellen, so ist es laut ADAC von Vorteil, wenn dabei eine möglichst kurze und beidseitige Fixierung möglich ist.

Leider birgt die Fixierung des Hundes durch einen Sicherheitsgurt auf der Rückbank auch einige Nachteile. So kann ein großer Bewegungsfreiraum bei einem Aufprall hohe Belastungen auf den Körper des Vierbeiners bewirken.

Sollte der Hund bei einer schweren Kollision auf der Rückenlehne des Vordersitzes aufprallen, besteht also trotzdem eine hohe Verletzungsgefahr für ihn und auch für die Person auf dem Vordersitz.

Auch an dieser Stelle ist also die Empfehlung trotzdem wieder die Kombination aus Geschirr und Gurtbefestigung des Herstellers „Allsafe“.

Ist die Transportbox die bessere Alternative fürs Auto?

Ist dir nicht ausschließlich der Schutz der Fahrzeuginsassen wichtig, sondern auch das Wohlergehen deines mitfahrenden Vierbeiners, solltest du ernsthaft über die Anschaffung einer Transportbox nachdenken.

Laut eines ADAC-Sicherheitstests für Hunde sind Transportboxen, die im Fußraum des Rücksitzes untergebracht werden, die sicherste Möglichkeit deinen Hund im Auto zu transportieren.

Gehört dein Hund zu den größeren Rassen, benötigt er auch eine dementsprechend große Box. Diese solltest du quer zur Fahrtrichtung direkt hinter der Rücksitzlehne positionieren. Außerdem solltest du sie auch zusätzlich sichern. Zur Sicherung eignet sich zum Beispiel ein stabiles Laderaumtrenngitter sehr gut. Darüber hinaus kannst du die Stabilität der Lehne des Rücksitzes erhöhen, indem du den Sicherheitsgurt schließt, auch wenn niemand darauf sitzt.

Die Nachteile dieser Lösung sind ein eher umständliches Handling bei großen Boxen und auch die Eingewöhnungsphase für deinen Hund. Außerdem ist die Stabilität der Box selbst nicht ausreichend wenn sie nur auf dem Rücksitz positioniert wird und somit keine Abstützung von vorne erfährt.

Wenn du in Erwägung ziehst eine Hundebox fürs Auto anzuschaffen, solltest du einen Blick auf die Modelle des Herstellers „4pets ProLine“ werfen.  Die Firma vertreibt die ersten TÜV geprüften Hundetransportboxen. Die 13 Modelle werden in 3 verschiedenen Größen angeboten und sind ausschließlich beim Fachhändler erhältlich.

Zusammengefasst: Ein Hundegeschirr kombiniert mit einem Sicherheitsgurt im Auto schützt in erster Linie die menschlichen Insassen vor dem Aufprall des Hundes

Alle Aspekte zusammen genommen weisen darauf hin, dass ein Hundegeschirr im Auto der Sicherheit der menschlichen Fahrgäste dient. Die Sicherheit des Hundes selbst bleibt dabei aber leider außen vor.

Liegt dir das Wohl deines vierbeinigen Freundes am Herzen ist empfiehlt sich die Anschaffung einer Hundetransportbox für das Auto. Diese gilt es, wie vom ADAC empfohlen, entweder im Fußraum der Rücksitze oder hinter den Rücksitzen zu positionieren. Benötigt dein Hund eine größere Box, ist diese nochmals extra zu sichern.

Damit die Fahrt zum Ausflugsdomizil genauso entspannt verläuft, wie der Aufenthalt!

Nun gilt es nur noch deinen vierbeinigen Begleiter an die neue Mitfahrsituation in der Box zu gewöhnen. So gut ausgerüstet steht dem sicheren Hundetransport auf dem Weg zum See oder in den Wald dann auch nichts mehr im Weg.

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Bilder Quellenangabe:

  • Two dogs look out the open car window: #149709033 | © mark_ka - Fotolia.com

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