Auslastung im Welpenalter – ab wann verlangen wir zu viel?

Ein spannender und informativer Gastbeitrag kommt heute von Alina und ihrem Yumo vom Blog pfotentierchen.blogspot.de. Vielen Dank liebe Alina ♥

 Auslastung im Welpenalter – ab wann verlangen wir zu viel?

Hunde brauchen Action – keine Frage. Doch brauchen sie diese bereits, wenn sie noch Welpen, also Babys sind?

Leider scheinen dies viele Menschen zu denken und powern schon 10 Wochen alte Welpen so richtig aus. Doch wie ist es richtig? Wie sollte es im frühen Leben der Kleinen ablaufen? Was ist zu wenig und was zu viel?

In diesem Beitrag möchte ich mich gerne genauer damit befassen und euch die „artgerechte“ Auslastung von Welpen näher bringen.

Und wer schreibt hier?

Ich selber schreibe auf meinem Blog (pfotentierchen.blogspot.de) über das Leben mit meinem Australian Shepherd „Yumo“, den ich im letzten Jahr als 10 Wochen alten Welpen bekommen habe. Auch mit dem Thema Auslastung mussten wir uns frühzeitig befassen, denn gerade bei einer so aktiven Rasse, wie dem Australian Shepherd, ist dies wohl ein wichtiges großes Thema.

Von Beginn an hörten wir Sprüche wie „Oh, mit dem müsst ihr aber viel machen“ und dabei sollte man im Welpenalter „quasi nichts“ tun. Welpen brauchen Schlaf – und zwar viel Schlaf – um die neuen Eindrücke, die unvermeidlich auf sie niederprassen, verarbeiten zu können.

Welpen müssen Ruhe zunächst lernen!

Das mag etwas verquer klingen, zumal die Kleinen häufig von sich aus viel mehr Action anbieten, doch sollte man als umsorgender Welpenbesitzer darauf achten, dass der Nachwuchs mindestens 17, besser 20 Stunden Schlaf am Tag erhält.

Auch ausgewachsene Hunde schlafen zwischen 15 und 22 Stunden am Tag und das brauchen sie auch. Weniger Schlaf ist nicht gut für die Psyche des Hundes und führt auf Dauer zu Stress und dadurch zu gesundheitlichen Problemen.

Eine Faustregel besagt…

… dass die Dauer eines Spazierganges mit Welpen lediglich 5 Minuten pro Lebensmonat betragen sollte. Sprich: ein 4 Monate junger Welpe sollte circa 20 Minuten (4 Monate * 5 Minuten) spazieren geführt werden. Wenn man dann unterwegs Übungen einbaut und den Kleinen geistig fordert, können selbst 20 Minuten schon zu lang sein.

Ich erinnere mich gut an einen Spaziergang mit Yumo, als er gerade etwa 4 Monate alt gewesen sein muss. Wir konnten schon ohne Probleme 20 Minuten spazieren gehen [sobald wir länger unterwegs waren drehte er schon mal gerne durch]. An diesem Tag regnete es plötzlich ziemlich heftig und somit wurde es zu unserem ersten Spaziergang bei Dauerregen. Diese neuen – für uns Zweibeiner nur schwer nachvollziehbaren – Eindrücke, überforderten Yumo, sodass er schon nach 15 Minuten völlig überdrehte: es war zu viel; wir mussten nach Hause.

Meine Züchterin sagte damals gerne: nach müde kommt doof. Und nichts anderes passiert mit Yumo, wenn er über den Punkt des Müde-seins hinweg ist: er wird doof, dreht auf und gibt richtig Gas. Erst, wenn er entspannen kann (zuhause, auf dem Schoß, im Auto,…) scheint er zu merken, wie müde er ist, fällt regelrecht um und schläft.

Mittlerweile ist er schon 10 Monate und es braucht schon einiges mehr, um ihn an diesen Punkt zu bringen, aber dennoch: wir halten das Programm im gesamten ersten Lebensjahr auf möglichst kleiner Flamme!

Das heißt:

Mit einem Welpen sollte man möglichst nur einen „großen“ Spaziergang am Tag machen (angelehnt an die 5-Minuten-Regel) und den Rest des Tages nur zum Lösen raus. Auch Spielphasen sollten nicht zu lang gehalten werden.

Noch wichtiger:

Übungsphasen, also Momente, in denen ihr Tricks und Grundkommandos lernt, sollten nur wenige Minuten lang sein. Geistige Übungen fordern so viel mehr Energie, als körperliche Auslastung. Vor allem Welpen im Alter von ein paar Wochen besitzen nur eine Auffassungsgabe von wenigen Minuten. Alles, was darüber hinaus geübt wird, überfordert das Köpfchen des Babys. Auch, wenn man es selber gar nicht bemerkt, da der Hund keine Anzeichen dafür gibt.

Ich selber habe es einmal mit Yumo zu gut gemeint und recht lange (10 Minuten) mit ihm geübt, weil er super gut mit gearbeitet hat. Am Abend wurde ich dann dafür belohnt: Yumo wollte/konnte nicht mehr schlafen. Es hat mehrere Stunden und einiges an Nerven gekostet, bis er endlich geschlafen hat. Wir waren über den Punkt des Müde-Seins weit hinaus… das ist uns nicht noch einmal passiert. 😉

Legt doch einfach mal einen Gammel-Tag ein! 😉

Wenn man einmal nicht drum herum kommt, den Welpen längeren Aktivphasen auszusetzen, sollte man ihm die „verpasste“ Ruhe am nächsten Tag gönnen.  Und auch wenn Welpi der Meinung ist, er kann mehr aushalten: haltet die Pfoten und Füße still – das Leben des jungen Hundes ist noch so lang und es bleibt noch so viel Zeit, um die Welt zu erkunden!

Zusammenfassung:

  • Spaziergänge sollten an die 5-Minuten-Regel angelehnt sein (5 Minuten spazieren pro Lebensmonat des Welpen)
  • Übungsphasen sollten möglichst kurz gehalten werden
  • Auf aktivere Tage sollten unbedingt ruhigere Tage folgen!!!
  • „nach müde kommt doof“ -> Sollte euer Welpe nach Aktivitäten total überdrehen, war es eindeutig zu viel Programm! „Zwingt“ ihn, zur Ruhe zu kommen (haltet ihn fest, nutzt eine Box, etc.)
  • Hört auf euer Bauchgefühl: Ihr kennt euren Welpen am besten: verträgt er mehr? War es zu viel?
  • Lasst euch nicht durch Reinreden Anderer beirren.

Was noch zu erwähnen wäre:

Jeder Welpe, jeder Hund, tickt anders. Manche Welpen sind vielleicht schon von viel weniger Aktivitäten überfordert, als andere. Achtet auf euren Welpen und vergleicht ihn nicht mit anderen – manche brauchen länger, manche können mehr ab. Jeder ist ganz speziell und sollte dementsprechend gefordert und gefördert werden! ♥

Ihr wollt mehr von Yumo und mir erfahren? Dann schaut auf unserem Blog vorbei:

http://pfotentierchen.blogspot.de

Wir sind auch bei Facebook zu finden: https://www.facebook.com/Yumo2015/

Und regelmäßige Fotos von uns gibt’s bei Instagram: https://www.instagram.com/aussie_yumo/

Grüße von Alina und Yumo ♥

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