Der erste Tag des Welpen im neuen Zuhause

Der erste Tag des Welpen in seinem neuen Zuhause

Endlich ist es soweit und das neue Familienmitglied darf kommen. Ein Tag, an den man sich später noch gern erinnert. Wurde an alles gedacht, ►siehe hier, kann es endlich zum Abholen los gehen.

Beim Züchter / Tierschutz

Der Welpe sollte am besten früh/vormittags abgeholt werden, so dass am Tag genügend Zeit bleibt, dem kleinen Neuankömmling ein angenehmes, stressminimiertes Beschnuppern seines neuen Heimes zu ermöglichen.

Es werden vor Ort noch einige Formalitäten erledigt (Kaufvertrag, Impfpass, Fütterungsempfehlungen usw.) und vielleicht darf sich der Welpe noch spielend von seinen Geschwistern und der Mutter verabschieden. Und dann geht es los ins neue Heim und die neue Familie.

Die Fahrt



Einige Welpen haben im Idealfall vor der Übergabe bereits ein kleines Autotraining absolviert, um weniger Stress und Angst auf dem Nachhauseweg zu haben. Darauf sollte man sich jedoch nicht verlassen. Ein ganz besonderes Beruhigungsmittel (auch für Zuhause) sind zusätzliche Dinge mit dem Geruch der Hundemutter oder Geschwister, die bei der Vermittlung eventuell mitgegeben wurden.

Nicht selten erbricht oder lässt ein Welpe unter sich vor Aufregung / Belastung während der Fahrt. Es empfiehlt sich für diesen Fall Reinigungstücher oder Handtücher dabei zu haben. Zudem sollte die Abholung möglichst zu zweit erfolgen, da der Fahrer sich nicht um den Schützling im Auto kümmern kann. Falls nötig, sind unterwegs Pausen erforderlich, deshalb gehören Halsband und Leine beim Abholen ins Gepäck. Für den Transport eignet sich eine stabile Box direkt neben dem Beifahrer auf dem Hintersitz. Oft wird empfohlen, den Welpen auf den Schoß zu nehmen, Sicherheit im Fahrzeug geht jedoch vor.

Ankunft

Zu Hause angekommen, sollte der Welpe zuerst die Möglichkeit erhalten sich zu lösen. Und dies am besten dort, wo alle Nachfolge-“Geschäfte“ gewünscht sind. Vielleicht ist dabei ein wenig Geduld erforderlich, aber wenn es geklappt hat, darf ordentlich gelobt werden.

Im Haus geht es für den Welpen dann zu seinem neuen Ruheplatz. Natürlich mit Herrchen oder Frauchen an der Seite. Hier kann er sich ausruhen, der Wassernapf wird gezeigt und er kann gleich bzw. später beginnen von dort die Umgebung zu erkunden. Für den Welpen gefährliche Gegenstände (u.a. auch Kabel), gehören bereits im Vorfeld beiseite geräumt.

Wichtig ist, dass alles ruhig und harmonisch abläuft. Neugierige Besucher sollten am ersten Tag noch nicht vorbeischauen. Alles ist neu für den Welpen und zu viele Eindrücke können ihn schnell überfordern. Die Eingewöhnung braucht ihre Zeit und die sollte die kleine Fellnase auch erhalten.

Da ein Welpe am Anfang noch 15-18 Stunden Schlaf am Tag benötigt, heißt es ihn immer mal wieder zu seinem Ruheplatz zu bringen. Schläft er ein, hat man in dieser Zeit ein wenig Freiraum für sich. Nach jedem Schlaf geht es wieder raus zum Lösen. Das kann am Anfang auch im 1-2 Stundentakt erforderlich sein. Geht etwas im Haus daneben, ist Strafen völlig fehl am Platz. Wird rechtzeitig entdeckt, dass der Welpe sein „Geschäft“ erledigen will/muss, dann sollte er sofort hochgehoben und nach draußen gebracht werden. Zeitungen in der Nähe der Tür können übrigens eine Hilfe beim Erlernen der Stubenreinheit sein.

Laute Worte und Schimpfen gehören generell nicht in die ersten Stunden und Tage. Wird etwas angeknappert oder der Welpe reagiert nicht wie gewünscht, hilft kommentarloses Ablenken auf andere Dinge. Vielleicht sind die ersten Spielsachen gekauft, mit denen man dies schafft.

Fütterung

Nachdem der Welpe etwas zur Ruhe gekommen ist, kann mit der ersten Portion Futter begonnen werden (Wasser sollte immer bereit stehen). Ein 12 Wochen alter Welpe benötigt anfangs in der Regel vier Mahlzeiten am Tag. Begonnen werden sollte mit der Fütterungsempfehlung des Züchters/ der Vermittlungsstelle. Falls es eine Futterumstellung geben soll, darf diese nur sehr langsam erfolgen.

Nach dem Füttern geht es wieder an die frische Luft zum Entleeren

Sollte der Welpe am ersten Tag zu Hause schlecht oder kaum fressen, kann dies völlig normal sein. Auch wir Zweibeiner haben mitunter bei Aufregung nur mäßigen bis gar keinen Appetit.

Nacht

Bevor es in die Nachtruhe geht, heißt es noch einmal raus zum Lösen. Die erste Nacht ist nicht einfach für den Kleinen. Die Wärme der Geschwister fehlt, ihn umgeben fremde Gerüche und er fühlt sich wahrscheinlich einsam.
Ein Welpe gehört die erste Zeit möglichst ans Bett seiner neuen Halter. Ist dies nicht möglich oder soll das Schlafzimmer von Anfang an eine Tabuzone sein, dann liegt der Zweibeiner am besten mit dem Welpen gemeinsam in einem anderen Zimmer. Auf keinen Fall sollte der Welpe allein schlafen müssen.

Winselt oder zu jammert das neue Familienmitglied in der Nacht, kann es ein Bedürfnis zum Entleeren sein (anfangs auch hier teils aller 2 Std.), aber auch Angst und das Gefühl von Einsamkeit. Streicheln und Nähe können beruhigen. Ignorieren ist für uns persönlich nicht der beste Tipp, obwohl es hierzu die unterschiedlichsten Meinungen gibt. Nur einer Spielaufforderung sollte man nicht nachkommen, da dies schnell zur Gewohnheit werden kann.

Außerdem das Körbchen bzw. Bettchen bitte so absichern, dass der Welpe in der Nacht nicht von allein auf Erkundungstour geht. Da Hunde normalerweise instinktmäßig nicht ins eigene Nest machen, wird sich der Welpe fiepend für seine Bedürfnisse melden. Ein großer, hoher und gut ausgepolsterter Karton tut es die ersten Tage übrigens auch.

Zum Schluß

Ein guter Start sorgt dafür, dass der Welpe die kommenden Tage immer sicherer wird und seinen Menschen und der neuen Umgebung mehr und mehr vertraut.

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Ein Welpe kommt ins Haus
  • Brigitte Harries, Renate Jones
  • Herausgeber: Franckh Kosmos Verlag
  • Auflage Nr. 1 (14.12.2011)
  • Gebundene Ausgabe: 144 Seiten

Bilder Quellenangabe:

  • dog and peluche: #89176687 | © talitha - Fotolia.com

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