Die Blasenlähmung / Blasenatonie beim Hund

Die Blasenlähmung beim Hund

Der beste Freund des Menschen ist bei Vielen der Hund. Jeder, der Hunde hat, möchte sein Tier gesund erhalten. Dennoch ist die Gesundheit nicht immer garantiert. Zu einer Erkrankung beim Hund können viele Dinge beitragen, z. B. ein Unfall, Bakterien, eine nicht gut durchgeführte Operation oder auch einfach nur das Alter. Besonders auf das Krankheitsbild der Blasenatonie soll dieser Artikel aufmerksam machen.

Die Anatomie der Harnwege

Wichtigster Punkt der Ausscheidungsorgane sind die Nieren. Diese liegen im Fettgewebe in der Nähe der Lende eingebettet und geschützt. Der in der Leber gebildete Harnstoff wird über die Nieren ausgeschieden. Außerdem wird in den Nieren der Urin aus dem Blut gefiltert. Über kleine Gefäßschlingen werden die Urintröpfchen ins Nierenbecken geleitet und von dort aus über die Harnleiter in die Harnblase transportiert.

Als Speicherort dient die Harnblase. Am Blasenhals befindet sich eine gut durchblutete Muskulatur, die dem Verschließen der Harnblase dient und somit den Urin gezielt abgeben kann. Durch die Harnröhre gelangt der Urin schließlich von der Harnblase nach außen. Da die Harnröhre bei Hündinnen kürzer ist, als bei Rüden, treten bei weiblichen Tieren öfter Blasenentzündungen auf.

Blasenlähmung




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Die Blasenlähmung oder Blasenatonie liegt vor, wenn der Hund seine Blase nicht richtig entleeren kann oder den Urin zurückhält. Die Ursachen für diese Erkrankung können muskulär oder sogar nervlich bedingt sein. Wenn ein Hund beispielsweise einen Unfall hatte, kann die Blase beschädigt oder sogar geplatzt sein. Das führt dazu, dass sich der Urin in der Bauchhöhle sammelt und bei Nichterkennung zu einer Harnstoffvergiftung kommen kann.

Außerdem kann eine Rückenmarkschädigung oder die Schädigung des Spiralnervs bei einem Bandscheibenvorfall ein Grund für die Lähmung sein. Auch in diesen Fällen ist es dem Hund nicht mehr möglich bewusst und selbstständig zu urinieren. Es muss dann mechanisch nachgeholfen werden, z. B. indem der Urin ausmassiert wird. Beim Ausmassieren sollte jedoch darauf geachtet werden, dass dies nicht das Heilmittel schlechthin ist. Liegen andere Ursachen, wie Schließmuskelunterfunktionen o .ä. vor, funktioniert ein Aussmassieren nämlich gar nicht. In solchen Fällen muss der Urin über eine Kanüle ausgeleitet werden.

Es ist unbedingt nötig, die Ursache der Lähmung herauszufinden, um dem Hund dauerhaft Erleichterung zu verschaffen, da mit dieser Krankheit oftmals Schmerzen für den Hund verbunden sind. Deshalb sollte umgehend ein Tierarzt aufgesucht werden. Dieser erkennt durch Röntgen oder allein von der Beschreibung des Tierhalters die Symptome und kann dem Hund helfen.

Wie erkennt man dieses Krankheitsbild?

In vielen Fällen wurde beobachtet, dass sich gerade Hündinnen zum Urinieren hinsetzen. Dies tun sie deshalb, weil sie zum einen Schmerzen haben und evtl beim Wasserlassen winseln. Zum anderen versuchen sie so, die Harnröhre zu entlasten, um sich Erleichterung zu verschaffen. Letztendlich können aber nur einige Tröpfchen Urin abgegeben werden.

Wichtig für jeden Hundehalter ist es, dabei zwischen einer Lähmung und einer Harninkontinenz zu unterscheiden. Bei Inkontinenz wird der Urin unbewusst abgesetzt, da der Schließmuskel nicht mehr völlig seine Funktion erfüllen kann. Dieses Krankheitsbild kommt öfter bei kastrierten Hündinnen vor. Auch psychische Reaktionen, wie Angst, Freude oder Aufregung können ein ungewolltes Harnabgehen hervorrufen.

Wie vorstehend beschrieben wurde, kann die Erkrankung diverse, natürlich auch ernste Ursachen haben. Dennoch soll der Artikel keine Panik verbreiten oder Angst machen. Jeder Hundehalter, der sich mit seinem Tier beschäftigt, wird erkennen, wenn sich das Wesen verändert oder der Hund einfach nicht mehr “der Alte” ist. Aufgrund dessen ist ein Besuch beim Tierarzt zu empfehlen und sollte die erste Adresse sein, um möglichen Zeitverlust auf Kosten des Tieres zu minimieren. “Gute Besserung!”

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