Fährtenarbeit / Nasenarbeit mit dem Hund

Die Hundenase beschäftigen – Fährtenarbeit als artgerechte Auslastung für den Hund

Die Nase des Hundes ist um ein Vielfaches leistungsfähiger als die des Menschen, denn sie hat ca. 100cm3 Riechschleimhaut. Beim Menschen sind es lediglich 5cm3. Damit ist die wahrgenommene Geruchsintensität 10-millionenfach größer als unsere! Hunde sind in der Lage, feinste Gerüche wahrzunehmen, mehrere Gerüche gleichzeitig zu unterscheiden und sogar zu bestimmen, aus welcher Richtung sie kommen. Was liegt da näher, als diese biologische Superfähigkeit für spaßige und nützliche Aktivitäten einzusetzen? Egal ob Sie Ihren Hund auf die Suche nach Leckerlis, verlorenen Gegenständen oder Menschen schicken wollen – Es wird ihm Spaß machen und ihn ordentlich auslasten.

Nasen- bzw. Fährtenarbeit – Was ist das und wozu ist es gut?



Nasenarbeit ist das gezielte Fördern der beeindruckenden Riechfähigkeit unserer vierbeinigen Freunde. Diese artgerechte Beschäftigung kann sowohl als Spiel und Freizeitbeschäftigung dienen, als auch für professionelle Arbeit mit dem Hund eingesetzt werden. So kommt die Hundenase in vielen Bereichen zum Einsatz: Bei der Suche nach vermissten oder verschütteten Personen, beim Aufspüren von Drogen, Waffen oder Bettwanzen und sogar als Vorwarnsystem bei Epileptikern. Doch selbst wenn Sie nicht solche Ambitionen haben, bietet Nasenarbeit eine perfekte Möglichkeit, Ihren Hund mit viel Spaß und Freude auszulasten. Denn sie ist geistig und körperlich enorm anstrengend, stärkt das Selbstbewusstsein und fördert die Konzentration und die Bindung zum Menschen. Unterschätzen Sie dabei aber nicht, was Ihr Hund leistet! Während des Suchens atmet er ca. 200 Mal pro Minute, die Körpertemperatur steigt an und er verliert bis zu 1L Wasser. Überfordern Sie ihn also nicht und sorgen Sie dafür, dass er genug Flüssigkeit zu sich nimmt. Mit Übung und Training können Sie die Intensität der Spiele langsam steigern.

Einfache Spiele für den Anfang

Zu Anfang kann man sich die Futtergier seines Begleiters zu Nutze machen. Sobald er aufmerksam ist, streut man einige Leckerlis so aus, dass sie sich über einen größeren Raum verteilen. Mit einem Startsignal (z.B. „Such das Leckerli!“) wird der Hund dann motiviert, die einzelnen Stücke zu suchen. Auch gezieltes Verstecken – z.B. in Schuhen, in Wäschebergen oder unter umgedrehten Bechern – kann geübt werden. So kann der Schwierigkeitsgrad langsam erhöht werden. Der nächste Schritt ist das Suchen von Gegenständen. Dazu beginnt man am besten mit dem Lieblingsspielzeug, das man z.B. während des Spazierganges gut sichtbar fallen lässt. Dann kommt wieder das Suchkommando, z.B.: „Such den Ball!“. Es kann sein, dass der Hund nicht sofort versteht, was von ihm verlangt wird. Dann führen Sie ihn zurück, zeigen auf das Spielzeug und wiederholen das Kommando immer wieder. Hat er es schließlich entdeckt, gibt es zur Belohnung viel Lob! Verstecken Sie dann das Spielzeug etwas höher, in einer Mauerritze oder im hohen Gras. Wenn Sie Ihn unterschiedliche Gegenstände suchen lassen möchten, ist es nützlich, ihm auch die entsprechenden Namen beizubringen.

Beschäftigung für Fortgeschrittene Hundenasen

Um dem Vierbeiner nun die Suche nach ganz bestimmten Gerüchen beizubringen, sind geruchsintensive Dinge wie z.B. Teebeutel oder parfumgetränkte Taschentücher gut geeignet. Machen Sie ihn neugierig darauf indem Sie das Ding selbst interessiert begutachten und ihm dann zum Schnuppern hinhalten. Riecht er daran, belohnen Sie ihn! Legen Sie den Gegenstand dann etwas entfernt, aber für den Hund gut sichtbar auf den Boden. Geben Sie ihm das Suchkommando und belohnen Sie ihn, wenn er hinläuft und daran riecht. Dies wiederholen Sie immer wieder, wobei das Suchobjekt immer weiter weg abgelegt wird. Hat der Hund verstanden, was Sie von ihm wollen, können Sie wieder den Schwierigkeitsgrad steigern und auch unterschiedliche Gerüche verwenden. In der Meisterklasse kann ein geübter Hund einen Menschen über mehrere Kilometer lange Fährten aufspüren, nur mit einem getragenen T-Shirt als Hinweis. So toll sind unsere vierbeinigen Freunde!

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Fährtenarbeit: Fährten lernen ohne Stress und Zwang
  • Klaus Jadatz, Milan Hoyer
  • Herausgeber: Oertel u. Spörer
  • Auflage Nr. 2 (12.01.2018)
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Bilder Quellenangabe:

  • Cani in addestramento: #25522556 | © Barrique - Fotolia.com

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