Wenn Welpen zubeißen – Die Beißhemmung und ihr Training

Die Beißhemmung bei Welpen

Unter Beißhemmung wird beim Hund die Fähigkeit zur Kontrolle der Beißintensität verstanden, genau genommen geht es um die Hemmung des heftigen Zubeißens. Der Lernprozess um dies zu regulieren beginnt im Welpenalter.

Viele Welpenhalter haben dies schon erlebt. Im Spiel schnappt der Welpe völlig übermütig zu, so dass es durch die spitzen Zähne selbst zu Verletzungen kommen kann. Und genau im Spiel kann die Beißhemmung frühzeitig trainiert werden, denn sie muss beim Hund erst erlernt werden.

Das Training beginnt beim Welpen bereits bei der Mutter, sowie beim Toben und Spielen mit seinen Geschwistern.

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Ist ein Welpe zu stürmisch, reagiert sein Gegenüber mit einer Schmerzanzeige (Winseln, Quietschen etc.) oder er geht über zur Gegenwehr, bzw. zieht sich zurück. Die Mutter selbst ruft eher zur Ordnung.

Auch im neuen Zuhause muss ein Welpe lernen, seine Zähne gegenüber seinen Menschen und Artgenossen vorsichtig einzusetzen.

Sicher gibt es Hunde, die von klein an nicht so häufig beißen, dennoch sollten auch diese im Miteinander lernen, eine Beißhemmung für bestimmte Konfliktsituationen zu beherrschen.

Für ältere Hunde die nie gelernt haben, ihr Beißen zu kontrollieren, (z.Bsp. Hunde, die vom Tierschutz übernommen wurden) ist solch ein Training genauso wichtig.

Meist zeigt sich eine fehlende Beißhemmung als Überreaktion im Spiel, bei welcher der Hund kräftig zubeißt und einfach nicht aufhören mag, selbst wenn sich sein Gegenüber schon längst unterworfen hat.

Die Beißhemmung trainieren

Die wohl effektivste Art des Trainings ist, den Welpen möglichst oft und kontrolliert mit gleichaltrigen Artgenossen spielen zu lassen. Hier lernt er fast automatisch durch die anderen Hunde seine Grenzen zu erkennen.

Kleinere Quietschereien dürfen sein. Eingegriffen werden sollte jedoch, wenn es zu wild oder rabiat wird und der eigene Vierbeiner völlig übersteuert fleißig weiter macht.

Das sogenannte Spielbeißen ist sogar wichtig, damit die Welpen beizeiten lernen, mit ihren Kräften moderat umzugehen und sich nicht ständig zu überschätzen.

Natürlich gehört zum Training der Beißhemmung, dieses auch im häuslichen Rahmen zu üben.

Wird der Welpe zu derb, beißt, zwickt und steigert sich da vielleicht noch richtig hinein, ist sofort ein Stopp geboten. Hilfreich sind hier Kommandos wie „Aus“ oder ein kleines „Aua“.

Eine weitere Methode wäre ein sofortiger Spielabbruch von einigen wenigen Minuten, um den Welpen wieder zur Ruhe, also von seinem hochgefahren Gemüt wieder „runter“ zu bringen. Ein  Welpe lernt schnell, zumal eine Spielunterbrechung für ihn wie eine kleine Strafe ist.

Nützt dies nichts, ist es hilfreich, den Welpen den Rücken zu kehren oder den Raum zu verlassen.

Eine gute Übung ist auch, Wurst oder Käse zwischen 2 Finger zu nehmen und dem Welpen beizubringen, diese sanft aus der Hand zu holen. Wird zugeschnappt, wird die Übung wieder mit einem Stopp-Kommando unterbrochen und nach einem kurzen Moment erneut aufgenommen. Entscheidend ist, dem Tier auch hier Ruhe und Souveränität zu vermitteln.

Übrigens: Jedem Beißabbruch sollte ein Lob folgen. Klappt etwas nicht wie gewünscht sind direkte Bestrafungen in dieser Lernphase keine Lösung. Wie bei allen Trainingsmethoden ist auch beim Antrainieren der Beißhemmung viel Geduld gefragt.

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Bilder Quellenangabe:

  • Hundebiss: #29328678 | © a_wittich - Fotolia.com

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