Steckbrief Scottish Terrier

Der Scottish Terrier – ein Gentleman mit Eigensinn

Der kleine Kerl kommt Ihnen bekannt vor? Das ist durchaus möglich, denn er “vertritt” eine bekannte Whisky-Marke. Das Etikettmotiv dieser Marke zeigt den Scottish Terriers in Black gemeinsam mit einem weißen West Highlands.

Der Scottish Terrier entstammt einer alten Hunderasse, die damals größer und deutlich langbeiniger waren. Mit der früheren Bezeichnung “Aberdeen Terrier” kamen diese Vorfahren speziell für die Jagd auf Dachse, Hasen, Füchse oder Otter zum Einsatz. Die genaue Abstammung ist jedoch nicht mehr nachvollziehbar. Allerdings soll eine Verwandtschaft mit dem Skye Terrier bestehen. Die Ausgabe der heutigen, kurzbeinigen Hunde mit ihrem langen Fang entstand erst Ende des neunzehnten Jahrhunderts. Die vom Kennel Club anerkannte Rasse fand auch in Deutschland große Begeisterung. In den “goldenen Zwanzigern” galt der Vierbeiner als Modehund im schwarzen Frack. Nach den großen Verlusten durch den Zweiten Weltkrieg wurde die Zucht allmählich verfeinert, so dass weitere Farbschläge entstanden.

Mit Kindern kommt der Racker prima zurecht. Er tobt mit ihnen und ist für jeden Spaß zu haben. Dann stromert er plötzlich allein im Garten umher. Der Schotte braucht seine Ruhe und möchte nicht gestört werden.

Aufgrund seiner geringen Größe fühlt sich der Gentleman auch in einer Stadtwohnung wohl. Dennoch braucht er viel Auslauf. Der wuschlige Scottie hält auch – unter Einhaltung von kurzen Pausen – auf langen Wanderungen durch unwegsames Gelände durch. Seine kurzen Beine sind allerdings für Marathonläufe ungeeignet.

Bei der Fellpflege ist ein gewisser Zeitaufwand notwendig. Es muss täglich gebürstet und gekämmt werden, damit das Haarkleid nicht verfilzt. Besondere Aufmerksamkeit gilt dabei dem typischen Bart. Weiterhin muss mehrmals jährlich ein fachmännisches Trimmen erfolgen.

Genetisch bedingte Erkrankungen sind Schilddrüsenprobleme (Funktionsstörungen), neuromuskuläre Bewegungsstörungen (Myoclonia congenita) und ein abnormales Wachstum des Unterkiefers, genannt craniomandibuläre Osteopathie. Letzteres tritt hauptsächlich im ersten Lebenshalbjahr auf. Zu diesem Zeitpunkt bestehen therapeutisch noch sehr gute Heilungschancen.

Größe: 25 bis 28 Zentimeter

Gewicht: 8,5 bis 10,5 Kilogramm

Lebenserwartung: 12 bis 15 Jahre

Fell und Farbe: drahtiges Deckhaar, fest anliegend; kurze, dichte, weiche Unterwolle – weizenfarben, schwarz, gestromte Schattierungen

Charakter/ Wesen: wachsam, intelligent, mutig, temperamentvoll, manchmal stur, lernfähig, kinderlieb, geduldig anhänglich, aufgeweckt, selbstsicher

Verwendung: Jagdhund, Familienhund, Begleithund

Haltung: regelmäßiger Auslauf, reichliche Bewegung, geistige Auslastung (Agility), Haltung in Stadtwohnung möglich

Herkunft: Großbritannien

FCI-Klassifikation: Gruppe 3: Terrier; Sektion 2: Niederläufige Terrier (ohne Arbeitsprüfung)

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Der Scottish Terrier
  • Ute Luig
  • Herausgeber: IMPRIMATUR
  • Auflage Nr. 2 (01.07.2010)
  • Gebundene Ausgabe: 264 Seiten

Bilder Quellenangabe:

  • Scottish Terrier: #102585811 | © ondrejprosicky - Fotolia.com

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