Die Impfung des Hundes

Die Impfung des Hundes

Vielen Dank an unseren Gastautor Frank R. Neff von ALPHADOGS NÜRNBERG – Artgerechtes Hundecoaching – leise, gewaltfrei & hundorientiert… (weitere Kontaktdaten unter dem Artikel), welcher uns diesen Beitrag freundlicherweise zur Verfügung gestellt hat.

Der Form halber: Der Artikel dient nur zur allgemeinen Information und erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Der Beitrag ist KEINE medizinische Beratung und ersetzt nicht den Tierarzt.

Wissenswertes zur Impfung des Hundes

Grundsätzlich ist man als Hundebesitzer nicht gesetzlich verpflichtet, den eigenen Hund impfen zu lassen. Anders sieht es aus, wenn man mit dem Hund innerhalb der EU reisen möchte. In diesem Fall muss der Hund u.a. gegen Tollwut geimpft werden. Will man seine Fellnase mit in andere Länder außerhalb der EU nehmen, dann variiert die Impfpflicht.

Seit Entdeckung der Impfung Ende des 18. Jahrhunderts, bieten heutzutage die modernen Impfstoffe (Spaltvakzine, kein Lebendimpfstoff) einen sehr sicheren und praktisch nebenwirkungsfreien Schutz vor vielen schweren Infektionskrankheiten bei Hunden.

Taro Germany e.V.
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Nur durch flächendeckende und regelmäßige Impfungen ist es gelungen, die oft folgenschweren Krankheiten zurückzudrängen. Dennoch hat sich gezeigt, dass eine völlige Ausrottung der Krankheiten durch Impfungen nicht zu erreichen ist, da die Erreger in nicht geimpften oder freilebenden Trägertieren überleben können.

Aus diesem Grunde ist es nach wie vor sehr wichtig, den eigenen Hund durch eine regelmäßige Schutzimpfung vor einer klinischen Infektion zu bewahren.

Bei einigen Krankheiten besteht auch eine Infektionsgefahr für den Menschen, mit teilweise tödlichem Ausgang. Besonders die Tollwut und die Leptospirose sind für den Menschen gefährlich, eine Impfung des Tieres ist also auch ein wichtiger Beitrag zur Gesundheit der Hundehalter.

Beim Hund wird meist ein 7-fach Kombinationsimpfstoff eingesetzt, der die relevantesten und wichtigen Krankheiten abdeckt. Im Einzelnen wird geimpft gegen:

Tollwut ( tödliche, virale Gehirnkrankheit, tödlich für den Menschen )
Staupe ( schwere, meist tödliche Viruskrankheit )
Hepatitis ( infektiöse Leberentzündung), 2 Virusstämme in der Impfung )
Parvovirose ( schwere Durchfälle, Welpensterben )
Leptospirose ( Organschäden, auch für den Menschen sehr gefährlich )
Parainfluenza ( Virushusten, am Zwingerhusten-Komplex beteiligt)

Zusätzlich ist es möglich, den Hund gegen die Borreliose, die über Zecken übertragen wird, zu impfen. Besonders bei sehr waldaktiven Hunden und bei geplanten Reisen nach Süddeutschland oder in das südliche Ausland ist dieser Schutz sehr anzuraten. In letzter Zeit findet die Borreliose aber auch im gesamten Bundesgebiet eine starke Verbreitung.

Da die Krankheit schwere Symptome hervorrufen kann und nach einer Infektion meist nicht mehr komplett heilbar ist (chronisch wird), sollte dieser Impfschutz zu Beginn jeder Zeckensaison aufgefrischt werden.

Als Ergänzung zu diesen Impfungen besteht die Möglichkeit, gegen einen weiteren Erreger, der ebenfalls am Zwingerhusten-Komplex beteiligt ist, zu impfen (Bordetella bronchoseptica). Besonders bei Hunden, die viel Kontakt zu anderen Hunden haben (Hundeschule, Pension, Zwinger), ist diese Erweiterung sinnvoll.

Neue Regelung der Tollwut-Impfung




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Es ist seit einiger Zeit möglich, die Tollwut nur alle 3 Jahre impfen zu lassen, wenn der Impfstoff dafür zugelassen ist.

Der Grund für diese Änderung ist nicht etwa ein überlegener, neuer Langzeit-Impfstoff, sondern eine Anpassung an die Gegebenheiten in der EU mit einer SENKUNG der Anforderungen an Höhe des erforderlichen Antikörperspiegels!

Dadurch wurde es möglich, den gegenüber früher unveränderten Tollwutimpfstoff für Impfintervalle von bis zu 3 Jahre zu genehmigen!

Außerhalb der EU gilt nach wie vor, die 12 Monatsfrist für die Tollwut und serologische Untersuchungen verschiedener Institute haben ergeben, dass ein 3-Jahres Abstand teilweise zu einem sehr niedrigen Antikörper-Spiegel führen kann, bei dem ein sicherer Schutz vor der tödlichen Tollwut durchaus fraglich wird.

Da sich der Impfpreis durch das Weglassen der Tollwut preislich kaum verändert (wenige Euro), die Impfung auch mit Tollwut sehr gut vertragen wird und alle anderen Impfungen ohnehin in kürzeren Abständen erforderlich sind, ist unser Rat eindeutig:

Die Tollwut sollte bei jeder Impfung mit geimpft werden!

Das Impfschema

Beim Welpen erfolgt die Erstimpfung i.d.R. mit der 8. Woche. Es wird beim ersten Mal gegen alle Krankheiten der 7-fach Impfung außer der Tollwut geimpft.

Nach 4 Wochen im Alter von ca. 3 Monaten erfolgt dann die Wiederholungsimpfung, dann zusammen mit der Tollwut, die bei regelmäßiger Wiederholung nur einmal geimpft werden muss.

Die von einigen Züchtern bzw. den Züchter betreuenden Tierärzten angewendete „Puppy-Impfung“ des Welpen gegen Parvovirose stellt einen zusätzlichen Schutz vor der ersten Hauptimpfung dar und wird nicht zum Impfschema der zweimaligen Impfung hinzu gerechnet.

Wird im Anschluss an die zweimalige Grundimmunisierung mit dem 7-fach Impfstoff der empfohlene Abstand zwischen den Impfungen eingehalten, ist der Hund mit einer der regelmäßigen Schutzimpfung sehr gut geschützt

ALPHADOGS NÜRNBERG
Artgerechtes Hundecoaching –
leise, gewaltfrei & hundorientiert…

Frank R. Neff

+49(0)179 – 42 48 133alphadogs@live.de

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  • Tierschutz-Shop Taro Germany e.V.: eingestellt von alles-dog.de
  • veterinary surgeon is giving the vaccine to the German Shepherd: #57899663 | © V&P Photo Studio - Fotolia.com

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