Animal Hoarding: Wenn Menschen krankhaft Tiere horten

Animal Hoarding: Wenn Menschen krankhaft Tiere horten

Es gibt viele Menschen, die ein großes Herz für Tiere haben. Viele von ihnen nehmen Pflegetiere auf oder geben herrenlosen Tieren ein Zuhause. Zu zweit oder in einer Gruppe fühlen sich Hund und Katze oft viel wohler als allein. Doch das tierische Zusammenleben kann auch Überhand nehmen: Verwahrlosung und Erkrankungen sind dann die Folge. Das sogenannte Animal Hoarding ist eine ernstzunehmende psychische Krankheit. Die Aufmerksamkeit von Tierfreunden ist in einem solchen Fall unbedingt gefragt. Wir erklären, welche Grenzen Tierliebe haben sollte und wie man reagieren kann, wenn Menschen Tiere horden.

Am Anfang steht der gute Wille




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Die meisten Tierheime und Pflegestellen in Deutschland sind überlastet. Viele herrenlose Hunde und vor allem Katzen stromern durch die Straßen. Weil Haustierbesitzer ihre Schützlinge manchmal nicht kastrieren, kommen immer neue dazu. All diese Tiere haben ein liebevolles Zuhause verdient – und manche Menschen wollen dies so vielen Seelchen wie möglich bieten. Sie nehmen darum so viele Tiere auf, wie sie können. Das denken sie zumindest, doch manchmal geht dann ab einer bestimmten Zahl der Überblick verloren. Es werden mehr und mehr Tiere aufgenommen, ohne die Lebensumstände zu berücksichtigen. Egal, wie viel Platz und Geld noch bleibt: Immer mehr Tiere müssen her. In diesem Fall spricht man von Animal Hoarding oder einer Tiersammelsucht. Im englischen Sprachraum ist diese psychische Erkrankung bekannter als hierzulande. Das geistige und gesundheitliche Wohl der Seelchen steht dann auf dem Spiel. Darum ist es wichtig, dass man als Tierfreund eingreift, wenn Menschen Tiere horden.

Auch der tierliebste Haushalt kommt an seine Grenze

In Deutschland gilt es als normal, wenn bis zu drei Hunde, drei bis vier Katzen und fünf Nager gehalten werden. Die ideale Anzahl ist auch abhängig von der Größe der Wohnung oder des Grundstücks, das Mensch und Tier zusammen bewohnen. Kommen immer mehr Tiere hinzu, wird es schwieriger, ihnen gerecht zu werden: Sie brauchen mehr Futter, Wasser und Platz. Das alles kostet natürlich auch Zeit und Geld – und diese Ressourcen stehen Betroffenen oft nicht ausreichend zur Verfügung. Die Wohnung wird immer schmutziger, da nicht alle Hinterlassenschaften schnell genug entfernt werden können. Es fehlt an Zeit, um den Tieren ausreichend Ausgang zu bieten. Ausreichend Futter kann unter Umständen auch nicht mehr besorgt werden. Krankheiten verbreiten sich schnell. Wenn es so weit gekommen ist, benötigen sowohl Mensch als auch Tier Hilfe. Die Tiere können durch ihre Lebensumstände psychische und gesundheitliche Schäden davontragen. Auf keinen Fall haben sie es in diesem Heim besser, wenn niemand reagiert.

Richtig reagieren auf Animal Hoarding

Oft fehlt den Betroffenen die Erkenntnis, dass sie krankhaft Tiere horden. Sie denken, dass noch ein Hund oder eine Katze mehr nicht schlimm ist. Auch der zu geringe Platz und die sichtbar desolaten Umstände des Wohnraums werden oft verleugnet. Um diese Situation zu beenden, muss man also selbst aktiv werden. Wenn der Verdacht auf eine Tiersammelsucht besteht, können die Polizei, das Veterinäramt und Tierschutzbehörden helfen. Amtstierärzte und Mitarbeiter des örtlichen Tierheims können dann nach den vernachlässigten Seelchen schauen. Die betroffenen Menschen benötigen psychologische Hilfe. Die Erkrankung tritt oft nach emotionalen Extremsituationen wie einer Trennung oder plötzlichen Arbeitslosigkeit erstmals auf. Studien besagen, dass die Tiere meist als Ersatz für Kinder oder einen Partner dienen. So soll Einsamkeit bekämpft werden. Manche Betroffene haben auch soziopathische Züge: Sie wollen ihre Überlegenheit spüren und fangen deswegen an, Tiere zu sammeln.

Egal, was letzten Endes der Grund für die Sammelwut ist: Sie muss auf jeden Fall beendet werden. Darum sollte man als Tierfreund aufmerksam sein und einen Verdacht sofort melden. So kann viel Leid für Mensch und Tier verhindert werden. Vielleicht ist ja auch im eigenen Zuhause noch Platz für einen Hund aus einem solchen Haushalt? Dann bekommt das Tier endlich die Aufmerksamkeit und Pflege, die es braucht und verdient.

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Bilder Quellenangabe:

  • French bulldogs in a garden: #24382890 | © Eric Isselée - Fotolia.com

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